GISA Komplexbehandlung

GISA (Ganzheitliches – Integratives – Stabilisierungs – Angebot) ist ein neues Angebot des advitam Gesundheitszentrums und wurde vom advitam Psychologen- und Ärzte-Team als Ergänzung von ambulanter, teilstationärer und stationärer Psychotherapie entwickelt. Hierdurch wird die psychotherapeutische Behandlung der Patienten in einem angemessenen Zeitrahmen sichergestellt. Eine Möglichkeit die Zahl der gegenwärtig psychotherapeutisch unterversorgten Patienten im Raum Düsseldorf deutlich zu verringern – sowie stationäre Behandlung in Akutkliniken wenn möglich zu vermeiden.

Die Teilnehmer des GISA-Programms werden von Beginn an mit intensivem therapeutischem und medizinischem Einsatz psychisch und körperlich stabilisiert. Die Strukturierung der Woche und die Anbindung an die Gruppe sind darüber hinaus wesentliche Bausteine der Krisenintervention.

Dauer des GISA-Programms

Die GISA-Gruppentherapie findet 2 mal pro Woche für jeweils 3 Stunden statt. Neue Patienten können kurzfristig aufgenommen werden. Die Zeiten wurden so gewählt, dass die Ausübung des Berufs zusätzlich möglich ist. Die Behandlungsdauer der Gruppenbehandlung beträgt insgesamt 6 Wochen.

Gruppen- und Einzeltherapie - Die Kombinationsbehandlung

Die Effizienz der Behandlung wird dadurch deutlich erhöht, dass alle Teilnehmer am GISA-Programm im selben Zeitraum im advitam Gesundheitszentrum einen Therapieplatz für die Einzeltherapie bekommen. Diese Therapie wird nach Beendigung der GISA-Gruppentherapie entsprechend des Bedarfs, d.h. in der Regel für 25 Stunden (Kurzzeittherapie) fortgesetzt. Im Einzelfall ist eine Verlängerung (Langzeittherapie) möglich.

Zielgruppe

Das GISA-Programm richtet sich an Menschen ab dem 18. Lebensjahr mit psychischen und/oder psychosomatischen Erkrankungen. Mindestens eine der folgenden F-Diagnosen nach der ICD-10 Klassifikation muss vorliegen:

Patienten mit Missbrauch oder Abhängigkeit von Alkohol oder Medikamenten werden mitbehandelt, sofern die Abhängigkeitsproblematik nicht im Vordergrund der Erkrankung des Patienten steht.

Aufnahmekriterien und Rahmenbedingungen

Zur Aufnahme ins GISA-Programm müssen folgende Aufnahmekriterien erfüllt sein:

Inhalte und Ziele der GISA Behandlung

Im Mittelpunkt der ganzheitlichen Behandlung steht eine ressourcenorientierte Sichtweise, die vom gesunden Kern des kranken Menschen ausgeht. Personale Ansätze der Psychotherapie, kognitive Verhaltenstherapie, tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie und systemische Ansätze werden in unserem Konzept integrativ und einzelfallbezogen miteinander verbunden.

Ziel des GISA-Programms ist nicht nur die Zufriedenheit des Patienten und die Reduktion der Symptomatik, sondern die Aktivierung von Ressourcen, die dauerhafte Stabilisierung des Selbstbewusstseins und die Förderung der Autonomie. Die Patienten lernen ihre Frühwarnsignale sowie ihre Ressourcen kennen. Gerade die vielen Patienten mit Burnout Erkrankung erkennen eigene Anteile an der Entstehung und dem Verlauf der Krankheit. In Rollenspielen kann „Neinsagen“ und der Umgang mit Konflikten trainiert werden. Die Gruppe bietet ein direktes Übungsfeld für neue Verhaltensweisen.

Es geht u.a. darum, den Patienten so zu stabilisieren, dass eine Aufnahme in eine Akutklinik verhindert werden kann. Im Verlauf des Programms werden auch allgemeine gesundheitsbezogene edukative Behandlungsmaßnahmen durchgeführt. Von Ernährung, Bewegung und gesunder Schlafhygiene bis zur Strukturierung des Tagesablaufs werden alltagsbezogene Themen bearbeitet.

Der Rahmen des GISA-Programms bietet sowohl eine klare Struktur zur Heranführung an individuell relevante Themen als auch die Möglichkeit, Gruppenzugehörigkeit und Geborgenheit zu empfinden.

Besonders am Herzen liegt uns, dass Therapie Freude macht und das Ganze in einer therapeutischen Gemeinschaft und in einer geistig lebendigen, akzeptierenden Atmosphäre stattfindet. Wir wollen Bedingungen schaffen, in denen Wachstum und Entwicklung möglich werden.

Medizin

Zu Beginn der Behandlung erfolgt eine umfassende Eingangsdiagnostik und Anamneseerhebung. In einem ausführlichen Gespräch werden vom aufnehmenden Arzt die körperlichen Beschwerden und Vorerkrankungen erhoben. Anschließend wird eine gründliche körperliche Untersuchung vorgenommen, die durch Laborparameter, ein Ruhe-EKG, eine Ultraschalluntersuchung und spezielle Untersuchungen ergänzt wird. Durch regelmäßig stattfindende ärztliche Visiten ist eine qualifizierte medizinische Versorgung gewährleistet. Somit ist die somatische Therapie in die Gesamtbehandlung integriert. Vor Entlassung erfolgt eine körperliche Abschlussuntersuchung.

Die Ergebnisse all dieser Untersuchungen zusammen mit evtl. medizinischen Vorbefunden bilden die Entscheidungsgrundlage für die anschließende körperlich-medizinische Behandlung. Insbesondere soll durch diese Eingangsuntersuchung festgestellt werden, ob neben den psychosomatischen-psychotherapeutischen Therapien weitere spezielle ärztliche Behandlungen (z.B. mit Medikamenten) durchgeführt werden müssen. Gleichzeitig soll auch beurteilt werden, ob der Patient an den vorgesehenen Sporttherapien teilnehmen kann und ob evtl. eine spezielle Ernährung notwendig ist.

Psychologische Diagnostik

In einem ausführlichen Aufnahmegespräch wird die biografische Anamnese, spezielle Anamnese, soziale Anamnese und Arbeits- und Berufsanamnese erhoben. Die psychosozialen Risikofaktoren und das Risikoverhalten werden erfragt sowie die aktuellen Beschwerden und Funktionseinschränkungen im psychosozialen Bereich erhoben. Es erfolgt eine erste Abklärung der Therapiemotivation und Behandlungsbereitschaft.

Einzeltherapie

Jedem Patienten wird ein Bezugstherapeut zugewiesen, mit dem, bei Bedarf auch mehrmals in der Woche, ein psychotherapeutisches Gespräch geführt werden kann. Bei der Zuordnung des Therapeuten zum Patienten werden sowohl persönliche Aspekte berücksichtigt – „die Chemie muss stimmen“ – als auch eine gute therapeutische Passung angestrebt.

So soll z.B. ein Patient mit einer posttraumatischen Belastungsstörung möglichst von einem Therapeuten behandelt werden, der eine spezielle Traumatherapieausbildung absolviert hat und Erfahrung im Umgang mit traumatisierten Patienten aufweist. In der Einzeltherapie hat der Patient die Möglichkeit an den persönlichen Problemen zu arbeiten, die einer gruppentherapeutischen Bearbeitung aus verschiedenen Gründen nicht oder im Moment nicht zugänglich sind.

Gleichzeitig dienen Einzelgespräche auch dazu, schwierige Gruppensituationen aufzufangen und zu verarbeiten. Vor allem in schwierigen Therapiephasen stellt das Einzelgespräch eine wichtige Ressource im therapeutischen Prozess dar.

Beteiligung der Bezugspersonen am therapeutischen Prozess

Durch die Therapie verändert sich nicht nur der betroffene Patient selbst, sondern häufig ergeben sich automatisch auch Veränderungen in den vielfältigen Beziehungsgefügen der Person. Nahestehende Personen wie Partner, Eltern, Kinder oder andere Angehörige sind oft Mitbetroffene und Beteiligte am Krankheitsprozess. Deshalb ist die Einbeziehung der Angehörigen in den therapeutischen Prozess oft sehr wichtig für einen erfolgreichen Therapieverlauf.

Bei Konflikten am Arbeitsplatz kann es sinnvoll sein, den Vorgesetzten oder einen Konfliktbeteiligten aus dem Arbeitsumfeld zur Konfliktbearbeitung einzuladen. Voraussetzung ist natürlich die Zustimmung und Bereitschaft des Patienten.

Nachsorge

Zur Stabilisierung der erreichten Ziele, zur Wiederauffrischung der gelernten Inhalte und zur Bearbeitung von aktuellen Fragen und Problemen findet ein therapeutisch geleitetes Nachsorgeprogramm mit monatlichem Treffen für maximal sechs Monate statt. Hier kann jeder Teilnehmer überprüfen, ob und wie die im GISA Programm gelernten Verhaltensweisen im Alltag umsetzbar waren und ob zwischenzeitlich korrigierende emotionale Erfahrungen möglich waren. Bereitschaft des Patienten.

advitam Angebote im Ueberblick

Die Leistungsangebote im advitam Gesundheitszentrum ergänzen die bestehenden Versorgungsstrukturen und ermöglichen betroffenen Menschen eine schnellere und verbesserte Versorgung. Dies wird erreicht durch

Qualitaetsmanagement

Therapieevaluationen gehören zum Standard unserer teilstationären Therapie. Auch im Rahmen der Qualitätssicherung besteht die Notwendigkeit, die Wirksamkeit von Psychotherapie zu überprüfen.

Vernetzt helfen

Durch die wohnortnahe Versorgung kann eine deutlich verbesserte Zusammenarbeit unterschiedlicher Berufsgruppen, aber auch eine verbesserte Vernetzung ambulanter Psychotherapie und Tagesklinik erfolgen. Gemeinsame Fallbesprechungen, gemeinsame Fortbildungen mit Niedergelassenen, kleine Dienstwege können zu einer konstruktiveren und effektiveren Versorgung der Patienten führen. Die vielfach geforderte „integrierte Versorgung“ ist hier Realität geworden.